Kapitel 9


Mittlerweile sind 2 Wochen vergangen und Mäx lag immer noch im Krankenhaus, er war aber aus dem Koma aufgewacht. Ich war auch schon 3-mal da, nur ich hatte nie genug mut um auch ins Zimmer zu gehen. Ich wusste selbst nicht wo vor ich Angst hatte. Naja was noch in den zwei Wochen passiert ist, ist folgendes. Sevgi und ich hatten uns wieder vertragen und die Ausgangssperre war immer noch aktiv.
"Glaubst du Olli würde wirklich soweit gehen?" Sevgi und ich gingen mal wieder, seit 2 Wochen, unserer Lieblingsbeschäftigung nach. In der Cafeteria sitzen, Latte Macchiato schlürfen und belegte Brötchen zu essen.
"Naja, erinnerst du dich noch als ich ein Gespräch zwischen den beiden was ich mitbekommen habe, also zwischen Olli und Sasch, das die irgendetwas aushecken wollten und dann noch die Kratzer an Ollis Armen."
"Und vergess nicht das T-Shirt das mit Blut voll war." Ich nickte und schlürfte nachdenklich an meinem Latte Macchiato.
"Michi, was ist eigentlich mit dir los?"
„ Hmm? Was soll los sein?"
"Naja, du bist so nachdenklich und redest kaum noch." Ich zuckte mit den Schultern.
"Du, sei mir nicht böse, aba ich geh." Sie nickte.
"Was willst du machen? Wir dürfen doch nicht raus."
„ Keine Ahnung ich werd mal gucken was man hier noch so machen kann, vielleicht geh ich Schwimmen." Ich winkte ihr zum Abschied und machte mich auf den weg in mein Zimmer. Ich legte mich ins Bett und schaltete Musik an. Massari Real Love. Ich schloss genüsslich die Augen und genoss die ruhe. Im Moment hatte ich keine Lust auf meine Freunde und auf Trubel. Ich war schon fast wieder eingeschlafen, als ich am Rand mitbekam das die Tür leise aufging. Ich dachte mir nix dabei, da es wahrscheinlich Sevgi war, die Kippen holen musste. Genauso leise wie sie aufging, fiel die Tür auch wieder ins Schloss. Eine einzelne Träne lief mir aus dem Augenwinkel.
"Hey, nicht weinen......." Erschrocken stand ich auf und sah in das, mit Narben gezeichnete, Gesicht von Mäx.
"Ich, wie, wann...."
"Beruhig dich. Du kennst mich doch." Er setzte sich zu mir aufs Bett.
„ Wollte mich nur zurück melden und mich wieder anzicken lassen." Grinste er mich schief an. Ohne sein Piercing sah sein lächeln ganz anders aus.
"Na, da du das jetzt gemacht hast kannst du ja wieder gehen. Und angezickt hab ich dich auch. Also, zufrieden?!" Er legte seine Krücken beiseite.
"Nein. Ich hab da eine frage an dich." Ich sah ihn verständnislos an.
"An mich? Wieso an mich?"
"Du weißt wer das war, hab ich recht?" Ich wandte mein Blick von ihm ab und sah zu Boden.
"Nein, weiß ich nicht." Meine Stimme zitterte und brach fast.
"Lügnerin." Er lachte dabei, und ich würde Olli am liebsten umbringen wollen. Warum tat er jemand so nettes, etwas so schreckliches an.
"Michi? Noch da?" Er wedelte mit seiner Hand vor meinen Gesicht.
"Hmm? Was is?"
"Na, du hast mich eben die ganze Zeit angestarrt!"
"Ähm, sorry, wollte ich nicht."
"Schön okay, werd ich mich vielleicht dran gewöhnen müssen wenn die Narben bleiben." Ich nickte zaghaft.
"Sag mal, was hast du eigentlich alles? Also ich mein ob du was gebrochen hast und so was."
„ Mein rechtes Bein ist doppelt gebrochen, dann die ganzen Narben im Gesicht und zwei gebrochene Rippen."
„ Weißt du wie du dich gefühlt hast?" Er sah mich fragend an.
"Als du im Koma gelegen hast."
„ Hmm. Nein, wie denn auch? Ich war ja nicht wirklich da, warum fragst du?"
"Ach nur so." Wir sahen uns lange und intensiv in die Augen.
"Olli." Unterbrach ich die stille.
"Äh, was? Ich heiße Mäx."
"Ja ich weiß doch. Ich mein Olli war das." Er nahm es stumm zu Kenntnis und nickte nur kurz. Gerade als er gehen wollte erzählte ich ihm das ich im Krankenhaus war.
"Ich war bei dir." Mäx drehte sich um und sah mich fragend an.
"Na, bei dir im Krankenhaus. Naja ich war nicht wirklich bei dir, ich stand nur immer vor deiner Tür." Er lachte kurz.
"Und warum bist du nicht rein gekommen? Ich hätte dich nicht wieder rausgeschmissen."
"Hach, keine Ahnung. Hatte Angst." Ich stand auf um ihm beim hinsetzten zu helfen.
"Danke. Vor was? Vor mir?"
"Keine Ahnung, vielleicht, ach keine Ahnung."
"Ich finds süß, immerhin hatten wir ja ein paar start Probleme." Wir grinsten uns beide an.
"Na, wie wär’s wenn wir noch mal neu anfangen? Also ganz ohne rumgezicke." Er grinste mich schelmisch an.
"Also, bitte nicht ohne angezicke, deswegen mag ich dich doch." Ich boxte ihm spielerisch in die Seite.
"Ahhhhh, scheiße, au, verdammt..."
"Oh sorry wollte ich nicht, wirklich." Auf einmal fing er an zu lachen.
"Boah, man erschreck mich doch nicht so. Also...." Ich streckte ihm meine Hand entgegen "Hi, Michi." Er grinste mich an, stieg aber voll drauf ein.
"Hi, Mäx, freut mich dich kennen zu lernen." Wir schüttelten uns die Hand und fingen an zu lachen bis ich Bauchschmerzen bekam.
"Damit hätten wir auch das abgeschlossen. Was machst du jetzt wegen Olli?"
"Ihn anzeigen, was denn sonst."
"Ja, aber hast du Beweise dass er das war? Ich mein niemand war dabei der das bestätigen kann, und wenn er es nicht gesteht."
"Na, er hat doch auch was davon getragen, oder nicht?" Ich nickte.
"Also, bringst du mich noch in mein Zimmer?"
"Jap." Ich hielt ihm die Türen auf.
"So da wären wir. Ich glaub ich hab noch nie so lange für ein Stockwerk gebraucht."
"Also, wir sehn uns dann morgen." Wir umarmten uns und er verschwand in seinem Zimmer.


Kapitel 10



°°°°°°°°°°°°°°Mäx sicht°°°°°°°°°°°°

"Na, wo kommst du denn her? Hab mir schon sorgen gemacht." Grinste mich Jo an der quer überm ganzen Bett lag.
"War bei ner Freundin."
"Von ner Freundin? Kenn ich die?"
"´türlich, is ja Internat. Hier kennt jeder jeden. AU! Scheiße Jo, kannst du mir net ma helfen?!" Widerwillig erhob er sich und half mir.
"Nicht ma ein danke?"
"Wo für denn? Von selbst wärst du ja net auf die Idee gekommen mir zu helfen."
"Also, wer?" Ich schüttelte nur den Kopf.
"Na dann eben nicht. Achso, Dings, Schlagi und Fabi wollen nachher noch ins Kino, hast du Lust mitzukommen?"
"Ne du lass mal, bin total müde. Ich geh dann jetzt auch schlafen."
„ Naja okay, aber du musst auch mal raus, nicht nur in der Bude hocken."
"Man Jo! Ich bin heute erst ausm Krankenhaus gekommen. Chill dich mal okay!" Meinte ich etwas angenervt.
"Okay, ich geh dann mal, brauchst du noch was?"
„ Nein, viel spaß."
„ Danke, und schließ ab okay." Ich nickte und war total froh das ich endlich meine ruhe hatte. Jo kam mir gerade wie meine Mutter vor als ich noch kleiner war: Schließ ja die Tür ab, lass niemand rein Blablabla. Was Eltern halt so erzählen.
"Du bist Unrockbar..............." Mein Handy klingelte.
"Hallo?"
„ Ey alter. Na wie geht’s? Hab gehört bist entlassen worden."
„ Ja, bin seit 2 Stunden endlich raus da. Man ich sachs dir, war der reinste Horror."
„ Kann ich mir Vorstellen. Aber warum ich anrufe. Was glaubst du wann du wieder fit bist um Aufzutreten?"
„ Also wenns nach mir gehen würde sofort, nur die Ärzte meinen ich muss noch mind. 2 Wochen meinem Körper eine Pause geben."
"Achso, okay dann muss ich eben die nächsten zwei Wochenenden auch absagen. Also gute Besserung. Meld dich wenns dir wieder besser geht okay und sag den andern drei einen schönen Gruß. Bye Mäx."
„ Bye....." Natürlich stimmte das mit den zwei Wochen nicht. Es waren eigentlich 6 Wochen, aber das musste unser Manager ja nicht wissen.
Ich legte mein Handy beiseite, nahm es jedoch gleich wieder in die Hand und rief Christina an. Christina war eine ex- Freundin von mir, die eigentlich meine beste Freundin war, bis zu einer Party. Wir waren alle ziemlich zugesoffen und haben dann Flaschendrehen gespielt. Naja, wir mussten uns dann auf jeden fall küssen und seit da an waren wir zusammen und genauso schnell wie diese Beziehung begonnen hatte war sie auch schon wieder vorbei.

°°°°°°°°°°°°°°°°Jo´s Sicht°°°°°°°°°°°°°°°

"Alter, der Film war ja echt fürn Arsch." Wir drei traten auf die Straße und nach nicht mal 5m kamen 3 Mädchen auf uns zu und fragten nach Autogrammen, die wir auch bereitwillig gaben. Nach kurzem Smalltalk machten wir uns auf den Weg zurück ins Internat. Als ich die Zimmertür von Mäx und mir öffnete, dachte mich trifft der schlag. Dort, auf dem Bett von Mäx, saß Christina.
"Was zum Teufel machst DU hier?" fragte ich geritzt. Die beiden sahen mich an und grinsten.
"Ach, Jo mein Schatz. Wie geht’s dir?" Sie kam auf mich zu und wollte mich umarmen. Ich wich ein Stück zurück und hielt die Hände schützend vor mich.
"Was willst du hier?" Langsam wurde ich immer wütender.
"Ist doch egal oder? Ich kann auch gehen, wenn dich meine Anwesenheit so erregt." Sie grinste mich hinterhältig an. Ich wandte mein Blick von ihr ab und ging ins Bad.
"Nein, was macht sie hier. Das darf sie nicht." Ich spritze mir eiskaltes Wasser ins Gesicht und stütze mich am Wachsbecken ab. Prüfend sah ich in den Spiegel und ging wieder zu Mäx. Zu meiner Erleichterung stellte ich fest dass Christina weg war.
"Sag mal, wieso bist du eigentlich so scheiße zu ihr? Was hat sie dir denn bitte getan?" Ich schüttelte nur den Kopf und legte mich ins Bett.
"Brauchst du nicht zu wissen!" Mit diesen Worten schlief ich ein.
"JO! VERDAMMT STEH ENDLICH AUF! JO!" Mäx schlug mir auf den Kopf.
"Verpiss dich." Murmelte ich ins Kissen.
"Man Junge, in 5min. ist Unterricht." Sofort war ich aufgesprungen und im Bad verschwunden. Mit 15 min. Verspätungen trudelte ich dann auch in Mathe ein.
"`tschuldigung. Hab verschlafen." Ich lies mich auf mein Platz fallen und suchte meine Mathesachen raus.
"Verdammt!" Fluchte ich leise vor mich hin. Ich hatte meine Sache noch nicht neu eingepackt und folglich keine Mathesachen dabei.
"So, Sevgi. Kannst du uns vielleicht sagen wo das Fräulein Krebs heute wieder abgeblieben ist?"
"Ähm, nöö. Aber ich denke mal das dass seinen Grund hat warum sie nicht da ist." Ich blickte mich im Klassenraum um und erst jetzt fiel mir auf, das die hälfte der Klasse nicht da war.
"Ey, wo sind die alle?" Fragte ich Sevgi.
"Keine Ahnung. Ich weiß nur das Michi in die Stadt wollte, und der Rest keine Ahnung."
"Aha, und warum bist du nicht mit in die Stadt?"
"Naja, ich bin nicht so jemand der oft schwänzt." Ich nickte und wandte mich wieder an die Tafel, jedoch gelang es mir nicht dem Unterricht zu folgen, da ich immer an Gestern Abend denken musste. Was hatte Christina hier gemacht? Machte sie das mit Absicht? Wollte sie mich unbedingt leiden sehen?
"Ey Jo, willst du nicht mit in die Pause?" Riss mich Schlagi aus den Gedanken, der im Türrahmen stand.
"Ähm, ja eigentlich doch." Ich stand auf und sammelte meine Gedanken und versuchte mir nix anmerken zulassen.
"Man Junge, solltest ma Abends früher ins Bett gehen." Ich grinste ihn schief an und ging an ihm vorbei. Eine Schar Siebtklässlerinnen lief ans uns vorbei.
"Hi Jo. Hi Schlagi." Kam es von allen im Chor. Wir grinsten uns nur an.
"Hi ihr." Kam es wiederum von unsrer Seite im Chor. Die Mädchen fingen an zu kichern.
"Jedes mal dasselbe mit euch." Mäx und Fabi standen hinter uns und grinsten uns schief an.
"Ihr seit aber auch nicht besser. Und Fabi, mein über alles geliebter Bruder, wie läufts mir Sheila?" Ich legte ihm mein Arm um und zog ihn Richtung Ausgang.
"Naja, besser als bei dir." Ich sah ihn empört an.
"Tja, siehs ein Jo, dein kleiner Bruder hat einfach mehr Glück bei den Ladys als du."
"Mäx, wann hattest du den das letzte Mal ne Freundin? Hmm? Jah, genau, ich hatte im letzten Jahr mehr Mädels als du." Wir setzten uns in die Cafeteria und laberten noch ein bisschen, bis wir wieder zum Unterricht mussten.