Kapitel 23

"Aber, warum? Ich hab mir hier ein Leben aufgebaut, meine ganzen Freunde sind hier!" Protestierte ich.
"Wir werden umziehen, zurück in die Türkei. Es ist beschlossen und du wirst jetzt gleich mit kommen. Keine weitern Diskussionen. Und jetzt geh deine Sachen packen." Meine Mutter stand auf und ging mit mir auf mein Zimmer, ich hatte angefangen zu weinen und hatte alle meine Freunde angerufen sie sollten zu mir ins Zimmer kommen. Nachdem ich ihnen die schlechte Nachricht erzählt hatte, fielen sie mir alle um den Hals und wünschten mir alles gute und das sie mich jetzt schon vermissen würden. Nur eine war nicht da, Michi. Nach knapp zwei Stunden hatte ich meine ganzen Sachen zusammen gepackt und stand schon fertig um Raum, als plötzlich die Tür aufflog und Michi mit Mäx im Türrahmen stand.
"Äh, wohin gehst du?" fragte sie mich verwundert.
"Wärst du vorhin da gewesen hättest du es mitbekommen. Ich geh zurück in die Türkei!" Mäx blickte immer aufgeregt zwischen mir und Michi hin und her.
"Ähm, also ich geh dann besser mal. Ich glaub ihr habt einiges zu klären."
„ Nein! Du musst nicht gehen, ich geh." Ich nahm meine Koffer und wollte gehen, als Michi mich plötzlich am Handgelenk fest hielt.
"Kannst du mir sagen warum du jetzt so scheiße zu mir bist?" Wütend trete ich mich um.
"Man Mädel, du bist meine beste Freundin und hast nicht auf meine SMS reagiert. Des find ich echt geil, ich geh jetzt für immer zurück in die Türkei und du kommst 5MInuten bevor ich fahre erst zurück." Schrie ich sie an.
"Tschuldigung, aber ich hatte mein Handy hier vergessen und konnte deshalb nicht auf deine SMS reagieren. Aber du kannst mir glauben ich wäre sofort gekommen wenn ich die SMS gelesen hätte." Sagte sie in einem ruhigen Ton. Sie kam auf mich zu und nahm mich in den Arm und ich fing an zu weinen. Nach ein paar Momenten hatte ich mich dann beruhigte und löste mich aus ihrer Umarmung.
"Okay, pass auf dich auf ja? Ich hab dich lieb!" Sagte sie mit glasigen Augen. Ich nickte nur, nahm meine Koffer und ging runter zum Auto. Bevor ich einstieg warf ich noch einen letzten Blick auf meine alte Schule und mein altes Leben. Mein Blick wanderte zum Zimmer von Timo und Michael, wo die ganze Clique stand und mir zum Abschied nochmals winkten. Ich stieg schnell ein, lehnte mich gegen die Fensterscheibe und schaltete mein Mp an.


°°°°°°°°°°°°°°Michi´s Sicht°°°°°°°°°°°°°°

Ich saß mit Timo am Surfsee und schwiegen uns an. Ich Atmete einmal tief ein um etwas zu sagen, ließ es aber dann doch sein.
"Sprech dich ruhig aus." Grinste er mich an.
"Ach, ich weiß nicht. Was soll ich dir denn erzählen?"
"Na, was dir eben auf der Seele lastet." Ich sah Timo mit hochgezogener Augenbraue an und fing dann an zu lachen.
"Was mir auf der Seele lastet? Vielleicht solltest du mir lieber sagen was dir auf den Stimmbändern lastet." Und wieder trat schweigen zwischen uns ein.
"Denkst du dass sich viel ändern wird? Ich mein, weil Sevgi ja jetzt weg ist." Timo legte seinen Arm um mich und zog mich an sich.
"Keine Ahnung, aber ich denke mal schon. Ich mein immerhin fehlt jetzt eine von der Clique."
„ Die Clique gibt’s schon lange nicht mehr und das weißt du auch. Die meisten von uns waren halt nur so befreundet und wenn es mal hart auf hart gekommen wäre, wären sie nicht da gewesen." Ich fing langsam an zu säuseln, da wir beide schon ein paar Schlücke Tequila getrunken hatten. Nachdem wir uns wieder 10Minuten angeschwiegen hatten, beschlossen wir zurück ins Internat zu gehen. Wir verabschiedeten uns und ich ließ mich, in mein halb leeres Zimmer, auf mein Bett fallen. Ich starrte auf die andere Bettseite und schloss die Augen. Ich fühlte mich einsam, so alleine. Nicht nur das meine Oma gestorben war, jetzt war auch noch meine beste Freundin weg. Der Kreis in dem ich mich geborgen fühlte wurde, mal wieder, immer kleiner. Ich beschloss hoch zu Mäx zu gehen.
"Hey, komm rein süße. Darf ich dir Christina vorstellen?" Christina und ich gaben uns die Hand und grinsten uns an.
"Wir kennen uns doch schon. Wir waren mal was trinken, wo ihr das Wochenende auf Tour wart." Sagte sie während ich Mäx einen Kuss gab.
"Wie komm ich zu der Ehre das du mich um so eine Zeit noch besuchen kommst?" Ich legte mich hin und Mäx legte sich seitlich neben mich und streichelte mir dabei über den Bauch.
"Naja, hab mich ein bisschen einsam Gefühlt."
„ Weil Sevgi weg ist?" Ich nickte.
"Ja, es ist voll komisch. Ich weiß nicht, ich war ja schon öfter alleine gewesen, aber jetzt, wo wirklich alle ihre Sachen weg sind, da, naja, ich hab einfach gemerkt das ich sie verdammt vermisse. Wir hatten zwar in den letzten paar Monaten kaum was miteinander zu tun gehabt, aber trotzdem....." Er küsste mich und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. Aus dem Augenwinkel sah ich wie Christina und Jo aus dem Zimmer gingen.
"Und? Wie läufts mit Christina?" Mäx grinsen breitete sich noch mehr aus.
"Naja, sie hat ihr Handynummer gewechselt und war auch schon bei der Polizei. Heute kam die hier heulend an und meinte sie wäre belästigt worden. Jo und ich haben nur gemeint das sie sich nicht immer in Mittelpunkt stellen soll."
„ Ihr seit ja aber auch echt fies."
„ Naja, und des tollste is ja das ein paar Freunde von uns die ja voll angemacht haben und wollten auch mit der ins Bett und so was und dann kurz davor haben Jo oder ich angerufen und gemeint das er sofort zu uns kommen müsste, weil irgendwas passiert ist." Ich schüttelte nur den Kopf und schloss die Augen.
"Ich kann ja heute hier schlafen gel?"
"Ne, tut mir leid, ich erwarte noch Damenbesuch in ner Stunde."
„ Ja, ich eigentlich auch. Das passt dann ja, dann kein mein Date mit deinem Date was anfangen." Wir grinsten uns an und ich legte mich in Mäx´s Arme und schlief dann schnell ein.


Kapitel 24


Mittlerweile war Sevgi 2 Wochen weg und unsere alte Clique existierte nun gar nicht mehr. Der einzigste mit dem ich noch Kontakt war, war Timo. Mit den anderen redete ich nur noch mal so ab und zu, aber dann auch meistens nur small- Talk. "Mäx? Christina hat mich eben angerufen." Schrie ich ins Bad. "Was wollte sie?" "Komm her, ich hab kein bog zu schreien!" Er kam halb nackt raus und setzte sich neben mich. "Sie meinte sie müsste was ganz dringendes mit mir besprechen und das wir uns sofort treffen müssen. Woher hat die eigentlich meine Handynummer?" "Keine Ahnung, von mir net. Ich will doch net das du mit so net Tusse was zu tun hast." Ich schüttelte nur den Kopf und nahm meine Tasche. "Wo willst du jetzt hin?" "Na wohin wohl? Zu Christina." "Aber ich dachte wir gehen heut Abend was essen und dann ins Kino?" Meinte er Niedergeschlagen. "Och Schatzie." Ich setzte mich auf sein Schoß und küsste ihn. "Ich bin in zwei Stunden oder so wieder da. Dann gehn wir eben um 8 essen und in die 11 Uhr Vorstellung." "Na gut, aber nicht absagen!" "Nein, versprochen. Also wir sehn uns." Wir küssten uns und ich lief Richtung Stadtmitte. Nach einer halben Stunde stand ich dann vorm Kanki, wo wir uns treffen wollten. Ich ging rein und sah sie sofort an einem der letzten Tische sitzen. "Was gibt’s?" Wir gaben uns zur Begrüßung Küsschen. Ich nahm meine Sonnenbrille ab und zog meine Jacke aus. "Naja, ich dachte du solltest ein paar Sachen über Mäx und mich wissen." Ich sah sie mit zusammen gekniffenen Augen an. "Ich weiß dass ihr zusammen wart und dass du ihn betrogen hast." Sie lachte bitter und sah mich mit einem Blick an der mir einen Schauer über den Rücken jagte. "War ja klar das er mir den schwarzen Peter zu schiebt, aber so war es gar nicht." "Ich will nicht wissen was zwischen euch war, wer wem was angetan hat, das gehört zur Vergangenheit. Mäx und ich sind jetzt zusammen und das ist was mich interessiert. mich interessiert nicht mit wem er schon alles im Bett war, ob er One´s gehabt hat oder sonst was und egal was du mir erzählen willst, es geht mir am Arsch vorbei. Du bist nur neidisch, weil es bei uns funktioniert und bei euch nicht." "Ja, das sieht dir ähnlich. Du willst nicht sehen was er dir antun kann, was er anderen angetan hat und wie sich andere fühlen wenn ihr zusammen seit. Du interessierst dich nur für dich." Langsam wurde ich sauer und erhob meine Stimme. "Sama du hast doch echt ein Knall weg. Was fällt dir ein über mich was zu sagen. Du kennst mich gar nicht und babbelst irgendein scheiß. Fass dir doch erst mal selbst an die Nase. Du willst immer der Mittelpunkt von allem sein, egal bei was. Wenn es nicht um dich geht, ist es langweilig und wenn ne andere Tusse besser aussieht als du und beliebter ist als du, ist es sofort die größte bitch auf der Welt. Also komm mir hier net an von wegen das ich ein Ego wäre." "Entschuldigung, aber ich muss sie bitten leiser zu sein oder ich muss sie leider rauswerfen." Meinte ein Kellner hinter mir. "Keine Sorge, ich geh." Ich nahm meine Sonnenbrille und meine Jacke und war gerade dabei zu gehen, als Christina plötzlich meinte. "Ich weiß das Mäx dich nur ausnutzt. Er will immer noch mich. Er will mich mit dir nur eifersüchtig machen, nur leider funktioniert das nicht. Hat er dir jemals gesagt das er dich liebt? Nein, weil er mich liebt. Tut mir wirklich leid, aber du hast verloren." Ich lies dir Tür zufallen, ging zurück und schlug ihr mitten ins Gesicht. Sofort kam der Kellner von eben und riss mich von ihr runter. "Du kleines Dreckstück, verpiss dich aus unserem Leben. Es geht dich ein scheiß an was zwischen Mäx und mir ist. Wenn ich dich zwischen die Finger bekomm und verpiss dich von Jo." Der Kellner setzte mich vor die Tür und ich hörte auf um mich zu schlagen. "Sie haben hier Hausverbot. Wenn sie noch einmal kommen, rufen wir die Polizei!" "Fick dich!" Ich schulterte meine Tasche und zog meinen Mantel zu. Den Rückweg schaffte ich in 15 Minuten und lies mich genervt auf Mäx´s Bett fallen. "Was los?" Mäx legte seine Hand auf mein Knie. Genervt stand ich wieder auf und sah ihn wütend an. Jo und Mäx warfen sich fragende Blicke zu. "Ich hab diese verdammte bitch geschlagen und hab Hausverbot im Kanki!" "Du hast was? Du hast sie geschlagen? Warum?" Fragte Jo verwirrt. "Ja verdammt. Diese Hure meinte irgendwas das du mich nur benutzt um sie eifersüchtig zu machen und kp, die hat mich halt voll abgefuckt und ich hab die dann halt geschlagen." "Was hat sie gesagt? Ich benutz dich um sie eifersüchtig zu machen? Das Mädel hat voll die Komplexe." "Naja, und ich meinte dann nur sie soll’s sich nie wieder hier sehen lassen und euch alle in ruhe lassen." "Also hast du so zusagen von mir aus mit Christina Schluss gemacht?" Fragte mich Jo grinsend. "Ähm, ja ich denke schon." Wir fingen alle an zu lachen und ich lies mich wieder neben Mäx aufs Bett fallen. "Ach, wenn man vom Teufel spricht." Jo grinste uns an und ging raus. "Brauchst du ein Kühlpack?" Ich nickte und Mäx ging runter ins Sekretariat. Hatte Christina vielleicht doch Recht? Benutzte Mäx mich doch nur? Und das er mich liebt hat er mir auch noch nie gesagt, wobei ich es auch noch nie gesagt hatte. Liebte ICH ihn denn überhaupt? Mäx lies die Tür zu fallen und unterbrach so mit meine Gedankengänge. "Hier." Ich lächelte ihn an und er setzte sich neben mich. "Was ist?" Mein Blick ruhte weiter auf meiner Hand. "Ich.....naja, das hört sich vielleicht blöd an.....aber......" Ich sah Mäx jetzt genau in die Augen. "Wir haben uns noch nie gesagt das wir uns lieben und ich mein wir sind jetzt knapp 4 Monate zusammen." Mäx wich meinem Blick aus und sah aus dem Fenster. "Hat Christina Recht? Also das du sie nur eifersüchtig machen willst?" Ich legte meine Hand auf die seine. "Mäx, ich bin dir nicht böse wenn du mir jetzt sagst das du mich nicht liebst, weil...naja.....ich hab nachgedacht. Mäx, ich hab dich echt verdammt lieb, aber als Freund, nicht als mein festen Freund." Unendlich langsam guckte Mäx mich an und nickte. "Es tut mir leid das ich dich verarscht habe. Aber, als Jo mir gesagt hat das er jetzt mit Christina zusammen ist...da...ach keine Ahnung, es tut mir einfach nur leid. Verzeihst du mir?" Er sah mich mit einem Treuenblick an, den ich noch nie gesehen hatte. "Natürlich, aber wir haben uns doch irgendwie gegenseitig verarscht." Wir umarmten uns und Jo kam rein. "Also, ich denke Christina wird sich nicht mehr melden." Mäx und ich sahen uns an und fingen an zu lachen. "Warum lacht ihr jetzt?" "Naja, wir haben eben Schluss gemacht." "Was? Und was ist daran zu lachen? Warum habt ihr denn Schluss gemacht? Bleibt ihr befreundet?" "Ähm, ganz langsam Jo. Naja, wir haben halt fest gestellt das wir uns eigentlich nicht lieben...." fing ich an. "Wir bleiben aufjeden Freunde und ich liebe Christina immer noch." Jo sah uns mit großen Augen an und setzte sich aufs Bett. "Aha, und willst du wieder was mit ihr anfangen?" Mäx nickte langsam und sah schüchtern zwischen uns hin und her. "Und wie willst du das anstellen?" Mäx sah mich mit hängenden Schultern an und zuckte mit den Schultern. Jo und ich sahen uns an und wir dachten beide dasselbe. "Sag mal, liebt sie Mäx eigentlich noch?" Fragte ich Jo. "Äh, keine Ahnung, vielleicht. Mäx?" "Hmm?" "Sollen wir dir helfen euch zusammen zu bringen?" Ich verdrehte die Augen. So was fragte man doch nicht, man tat es einfach. "Das würdet ihr für mich tun?" Wir nickten und Mäx umarmte uns.