Kapitel 25

2Wochen später.

°°°°°°°°°°°°°°Jo´s Sicht°°°°°°°°°°°

"Und, hast du dir schon was überlegt, also wegen Christina?" Mäx schüttelte den Kopf. "Naja, ich denke mal das du da langsam mal was machen solltest, weil sonst is sie ja wieder vergeben. Ich mein immerhin lässt sie ja nix anbrennen." "Jaja, ich weiß ja. Aber im Moment will ich mich einfach auf das neuen Album konzentrieren und wenn das dann alles einigermaßen in Ordnung ist, dann kümmere ich mich wieder um mein Liebesleben." Mäx lehnte seine Gitarre gegen die Couch und legte sich dann hin. "Naja, is ja dein Ding. Ich hab vorhin mit Michi getelt. Sie hat gefragt ob wir nachher noch was trinken gehen wollen?" Ich zog den Stuhl neben die Couch und setzte mich ebenfalls. Mäx zuckte mit den Schultern. "Also ich will eigentlich nur noch ins Bett. Ich bin obas müde. Was is mit Schlagi?" "Ne, der fährt heute nach Hause, als zu seinen Eltern und Fabi nehm ich ganz sicherlich net mit." "Mein Gott, was denn daran so schlimm dass du mit ihr alleine weggehen musst?" "Was heißt denn ´musst´? Ich will ja mit ihr weg gehen, ich dachte halt nur dass es schön wäre wenn du auch mal wieder mit kommst. Wir waren schon lange net mehr was zusammen trinken." "Andermal wieder. Wenn das Album fertig is, dann bin ich auch net immer so müde." "Okay, aber wir müssen auch mal wieder nur ein Männerabend machen, also nur die Band, haben wir nämlich auch schon voll lange net mehr gemacht." Mäx schielte mich an und lachte. "Sama bist du schwul geworden oder warum willst du auf einmal so viel mit mir und den Jungs machen?" Ich verzog angewidert das Gesicht. "Sag mir bescheid wenn du aus gepennt hast. Also ich mach mich jetzt fertig und geh dann ins Central. Überlegs dir." Ich stand auf und verließ das Studio. Das geile war, seit dem wir auf dem Internat waren, konnten wir immer mit den Öffentlichen ins Studio fahren.

2Stunden später

Ich war gerade fertig geworden als es bereits an der Tür klopfte. "Hey, na wie geht’s dir?" Begrüßte ich Michi. "Joa, ganz gut. Mäx kommt schon wieder net mit?" Ich sah zu Boden und schüttelte den Kopf. "Kann’s sein das er mir aus dem Weg geht?" Ich zog meine Jacke an und wir machten uns auf den Weg in Richtung Stadtmitte. "Keine Ahnung, ich hab ihn gefragt ob er mitkommen will und er meinte nur das er zu müde is." "Aha." Sarah lies den Kopf hängen und spielte mit einem Steinchen auf dem Boden. "Hey, was denn los?" Sie schnaufte kurz und sah mich mit einem gequältem lächeln an. "Naja, als wir Schluss gemacht haben, haben wir ja gesagt dass wir Freunde bleiben und im Moment hab ich einfach das Gefühl das er nix mit mir zu tun haben will." "Aber ich dachte du liebst ihn nicht." "Ja, das mach ich ja auch nicht, nur ich will ihn nicht als Freund verlieren. Wir haben uns so gut verstanden und ich will so wie früher mit ihm umgehen können." Der Bus kam und wir setzten uns in die hinterste Reihe. "Soll ich mal mit ihm reden?" "Ach quatsch. Ich bin alt genug das selbst zu klären. Vorausgesetz das ich ihn mal wieder sehe." Mit dem Bus brauchten wir knapp 40Minuten zum Central und dann musste man noch mal 5 Minuten laufen. "Okay, dann lass uns mal so richtig spaß haben!" Michi legte ihrem Arm um meine Hüfte und ich legte meinen Arm um ihre Schulter.
Um kurz nach 3 verließen wir durch geschwitzt, vom tanzen, und schwankend die Disco und suchten uns ein Taxi. "Alta, wie du den fertig gemacht hast war ja kein spaß mehr!" Lachte Michi und lehnte sich gegen mich. Mein Blick fiel etwas tiefer auf ihr Dekoltee. "Tja, da kann man wohl nix machen. Aber ich lass mich bestimmt net als Schwule Rampensau beschimpfen." Sie kuschelte sich noch enger an mich und schloss die Augen. "Mir is so schlecht, ich hab voll die Kopfschmerzen und ich bin obas müde!" Nuschelte sie in mein T-Shirt. "Frag mich mal erst, aber du kannst wenigstens ausschlafen, ich muss morgen schon wieder um 1 im Studio sein! Dann hab ich gerade mal den halben Alk abgebaut!" "Hmm." "Schläfst du?" "Hmm." Ich grinste und sah den Rest der fahrt aus dem Fenster. Als wir am Internat ankamen, schlief Michi immer noch. Ich trug sie bis vor ihr Zimmer und suchte dann ihren Schlüssel. "Ey, das kann doch net sein! Wo is dieser bekloppte Schlüssel? Michi, wo is dein Schlüssel?" "Inner Tasche!" "Nein, der is da nicht." Michi legte mir ihre Arme um den Hals und wir fielen beide auf den Boden. Wir fingen beide an zu lache bis wir Bauchschmerzen hatten. "Scheiß drauf. Los, du pennst bei mir." Ich hievte sie wieder auf die Beine und führte sie auf mein Zimmer. Wir legten uns in mein Bett und schliefen sofort wieder ein.

Wir saßen in der Bahn zum Studio und schwiegen uns an. Mäx sah mich finster an. "Was?" Giftete ich ihn an. "Läuft da was zwischen euch? Also zwischen dir und Michi?" Ich sah fragend zu Schlagi, der jedoch nur mit den Schultern zuckte und tiefer in den Sitz rutschte. Für ihn war es anscheinend auch eine lange Nacht gewesen, da er dicke Augenringe hatte. "Nix, was soll da laufen?" "Keine Ahnung, deswegen frag ich dich ja. Warum hat sie z.B. bei dir im Arm gepennt?" Ich verdrehte die Augen. Das konnte doch echt nicht wahr sein, das er jetzt mit so was anfing. "Wir waren gestern, wie du ja weißt, was trinken...." "Ja, tolle Aussage!" "Mann, hör mir doch mal zu. Aufjeden waren wir beide halt betrunken und als wir dann hier waren hab ich ihren Schlüssel nicht gefunden und deswegen hat sie bei mir gepennt. Ach ja, und wegen dem im Arm schlafen. Du weißt selbst wie schmal die Betten sind und da is es echt schwer zusammen im Bett schlafen, wenn man nicht im Arm in Arm liegt!" Mäx sah mich mit dem immer noch finsteren Blick an, fing dann aber doch sofort an zu lachen. "Alta, du bist echt kaputt im Kopf!" Meinte Schlagi und grinste uns an. "Tut mir leid, ich weiß auch net was im Moment mit mir los ist." "Naja, vielleicht solltest du einfach mal wieder raus gehen, feiern und mit Michi reden?!" Sein grinsen verschwand und er sah sofort aus dem Fenster. "Wolltet ihr nicht befreundet bleiben?" "Ja, sind wir ja auch noch!" Sagte er mit Nachdruck. "Mäx, das was du im Moment veranstaltest, is nicht gerade förderlich für ne Freundschaft. Wann habt ihr denn das letzte mal geredet?" Er sah mich traurig an und zuckte mit den Schultern. "Ich kann ihr im Moment nicht in die Augen gucken. Ich weiß auch nicht." Wir wurden aus unserem Gespräch gerissen, weil wir aussteigen mussten. "Wann seid ihr gestern eigentlich heim gekommen?" Fragte mich Schlagi. "Äh, so gegen 4, glaub ich. Warum?" "Naja, weil du halt ziemlich Fit dafür aussiehst." "Na da fühl ich mich jetzt aber geschmeichelt." Wir grinsten uns an und schleppten uns die Treppen hoch.

Kapitel 26

°°°°°°°°°°Michi´s Sicht°°°°°°°°°°°

Es war kurz nach 20 Uhr und ich wartete vor der Schule auf Mäx, da er noch im Studio war. Ich hatten mir den ganzen Tag, 2 Stunden, weil ich mein rausch ausschlafen musste, darüber nachgedacht wie ich ihn am besten drauf ansprechen könnte, was mit ihm los ist. Ich zündete mir meine nächste Zigarette, die 4. in 20 min. Dann endlich sah ich die 4. "Michi, was machst du hier draußen?" Begrüßte mich Jo und nahm mich in den Arm. "Auf euch warten." Ich sah Mäx an, der aber sofort zu Boden sah. Wir gingen zusammen rein und Schlagi erzählte mir was sie heute alles gemacht hatten. Im Treppenhaus trennten sich unsere Wege. Ich ging mit Jo und Mäx noch ein Stockwerk höher. Jo sah mich fragend an. Ich sah in traurig an und er wusste was er zu tun hatte. "Äh, also ich geh noch mal schnell runter zu Schlagi und Fabi. Machs gut süße, wir sehn uns dann morgen." Mäx sah ihn vorwurfsvoll an und ging dann in sein Zimmer. Ich blickte ihm kurz nach und wartete ob er die Tür offen lies. Jo drückte mich kurz und ich folgte Mäx ins Zimmer. Er lag auf seinem Bett und starrte die Decke an. "Warum sagst du nix?" Sagte ich eher zu mir selber als zu Mäx. Ich setzte mich auf Jo´s Bett und beobachtete ihn. "Was soll ich denn sagen?" Stellte er als gegen Frage, sah aber dabei immer noch die Decke an. "Keine Ahnung, aber wie wär’s es mit: Entschuldigung das ich dich die letzten 2 Wochen wie Luft behandelt habe? Oder, ich habe dich nicht beachtet, weil...? Irgend so was halt, nur schweig mich bitte nicht an." Ich war nicht wütend das er so war, nein ganz im Gegenteil. Ich war verletzt und total enttäuscht. In meiner Stimme lag ein leichtes flehen, das von Sekunde zu Sekunde stärker wurde, wo er nichts sagte. "Es tut mir leid dass ich dich die letzen Wochen wie Luft behandelt habe. Kannst du mir verzeihen?" Mäx sah mich mit leeren Augen an. Ich merkte wie sich ein Kloß in meinem Hals bildete und mir Tränen in die Augen stiegen. Ich schüttelte den Kopf und stand auf. "Das war es doch was du wolltest. Kann man es dir denn gar nicht recht machen?" Giftete er mich an. Meine Enttäuschung und Verletztheit schlug sofort in Wut und unverständig um. "Sama bist du kaputt im Kopf oder was? Natürlich will ich dass du dich bei mir entschuldigst, aber nur wenn es ernst gemeint ist, nicht nur weil ich es dir gesagt habe. Deine Entschuldigung kannst du dir in Arsch stecken. Was glaubst du eigentlich wer du bist das du mich so anspasten kannst? Ich hab dir nix getan und du bist so scheiße zu mir. Dann mach ich schon ein Schritt auf dich zu und versuche heraus zu finden was mit dir is und du machst son Kack. Also tut mir Leid, irgendwo hört mein Verständnis dann auch auf." Ich knallte die Tür zu und schluckte. Ich ging aufs Dach und setzte mich im Schneidersitz an den Rand. Ich holte mein Handy raus und machte Musik an. Tokio Hotel mit Totgeliebt, eigentlich hörte ich kein Tokio Hotel, aber das Lied war echt der Hammer. Nach den ersten Tönen liefen mir dann auch schon die Tränen, die ich eben gekonnt unterdrückt hatte, die Wange runter. Was hatte ich falsch gemacht? Ich wusste es nicht. Was ist mit ihm passiert? Ich wusste es ebenfalls nicht. Es konnte doch nicht sein, dass sich eine Freundschaft innerhalb von 2 Wochen so entwickelte, als ob man bis auf den Tod verfeindet wäre. Der Mond warf ein schwaches Licht auf den Schulhof. Dort erkannte ich eine Person, wahrscheinlich Weiblich von der Statur her. Als sie ins Licht einer der umstehenden Laterne trat, bildete sich wieder ein Kloß in meinem Hals. Es war Christina. Was wollte sie hier? Hatte sie noch nicht genug schaden angerichtet? Sie hatte Mäx und Jo dazu gebracht das sie kein Wort mehr miteinander redet und wegen ihr hatte ich auch mit Mäx Schluss gemacht und jetzt war er so komisch zu mir. "Schlampe." Murmelte ich vor mich hin und wischte mir die Tränen weg. Plötzlich spürte ich einen kleinen Luftzug an meinem Nacken und drehte mich darauf hin um. Vor mir stand Mäx und sah mich an. "Was willst du?" Sagte ich mit leicht zittriger Stimme. Er streckte mir die Hand hin. Zögerlich legte ich meine in die seine und stand auf. "Mich aufrichtig bei dir entschuldigen. Es tut mir wirklich Leid dass ich dich wie Luft behandelt habe, das musst du mir glauben." Ich wollte ihn sofort wieder in die Arme schließen, doch irgendwas in mir hielt mich zurück. Wenn ich ihm sofort verzeihen würde, würde die Gefahr bestehen wieder verletzt zu werden. "Aber warum? Was hab ich den getan? Ich war doch nicht anders als sonst." Mäx sah an mir vorbei zu Christina und zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es wirklich nicht. Ich konnte dich einfach nicht angucken, vielleicht hab ich einfach ein schlechtes Gewissen." "Warum? Weil du mit mir zusammen warst, ohne das da Gefühle waren? Aber Mäx, das war bei mir doch auch so. Was fuckst du dich denn jetzt bitte darüber so ab?" Mäx grinste mich an. "Keine Ahnung, war einfach so. Also, verzeihst du mir?" Ich grinste bis über beide Ohren und nahm ihn in den Arm. "Ich hab dich vermisst, weißt du das?" Flüsterte ich. Mäx nickte und meinte nur "Ich dich auch." Wir standen einen Augeblick noch Arm in Arm bis ich mich von im weg drückte. "Warum ist Christina da?" Er verdrehte die Augen. "Keine Ahnung." "Aha." Doch wirklich, ich hab keine Ahnung. Los, lass uns rein gehn und mach bitte diese scheiß Musik aus!" "Boah, halt ma die Klappe, das Lied is der Hammer!" "Schön, aber ich finds kagge." Wir grinsten uns an und gingen in sein Zimmer. Gerade als wir die Tür geschlossen hatten klopfte es. Mäx stand wieder auf und öffnete die Tür. Allein schon vom Klopfen her wusste ich das es Christina war.