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Kapitel 19



°°°°°°°°°°°°°°Michi´s Sicht°°°°°°°°°°°°°°°°

"So, ich habe ihre Arbeiten dabei und bin wirklich sehr enttäuscht von einigen von ihnen, aber was soll’s. Die Arbeit wird nicht wiederholt." Meinte Herr Herlein in seinem Typisch strengen Ton. Er knallte mir meine Arbeit auf den Tisch und ging ohne einen Kommentar los zu lassen an mir vorbei. Etwas irritiert suchte ich meine Note und fing an zu grinsen.
"Und? Was hast du?" Fragte mich Mäx.
"Eins Minus, du?" Er schnitt eine Grimasse.
"Zwei Plus."
"Ha, ich bin besser als du." Er wollte mich Küssen, aber mir wurde auf den Hinter Kopf geschlagen. Mit einem kurzen Blick zu Mäx sah ich das auch er eine gewischt bekommen hatte.
"Was haben sie eigentlich für Probleme mit mir? Hab ich je etwas gemacht das ihnen das Recht gibt mich so zu behandeln? Außerdem dürfen sie keine Schüler schlagen." Herr Herlein funkelte mich böse an und zog mich auf die Beine.
"Wagen Sie es ja nicht so mit mir zu reden. In Ihrer Freizeit können Sie machen was sie wollen, aber hier sind wir im........."
"Achtung eine Durchsage. Die Schülerin Michelle Krebs wird gebeten sofort zur Direktorin zu kommen. Ich wiederhole, die Schülerin Michelle Krebs möchte bitte sofort zur Direktorin kommen." Ich sah zu Herr Herlein, der mich widerwillig los ließ. Ich rieb mir kurz über den Arm und ging zur Tür, als Herr Herlein wieder einen Spruch los ließ.
"So, so, was haben sie denn diesmal schon wieder angestellt? Wann lernen sie es denn endlich dass dieses Verhalten sie nicht sehr weit im Leben bringen wird!" Ich wollte mich gerade rumdrehen um ihm auch was an den Kopf zu werfen, als plötzlich Mäx das Wort ergriff.
"Herr Herlein, denken sie nicht dass sie es langsam übertreiben? Was mischen sie sich eigentlich die ganze Zeit in ihr Leben ein, woher wollen sie wissen das sie was verbrochen hat und selbst wenn es so wäre, würde es sie doch am allerwenigsten etwas angehen." Ich sah abwechselnd von Mäx zu Herr Herlein, der ziemlich Sauer und rot war.
"Okay, Maximilian, sie können gleich mitkommen. Was fällt euch eigentlich allen ein. Haben ihre Eltern keine Manieren beigebracht?" Schrie er durch die ganze Klasse, die versuchte nicht laut los zu lachen.
"Sagen sie mal nichts gegen meine Eltern, sie kennen sie überhaupt nicht und haben kein Recht über sie zu reden. Außerdem haben mich meine Eltern sehr gut erzogen und mir beigebracht nicht die Klappe zu halten wenn jemand ungerecht behandelt wird." Mäx stellte sich neben mich, nahm meine Hand und wir gingen raus. Vor der Tür umarmte und küsste ich ihn.
"Danke Schatz."
"Nichts zu danken." Die Tür wurde aufgerissen und Herr Herlein stürmte an uns vorbei und quetschte durch zusammen gebissene Zähne durch das wir mitkommen sollten. Ich fing an zu grinsen und Mäx zog mich mit die Treppen runter.
"So, sie warten hier kurz, ich geh kurz mit Maximilian rein, dann können sie." Meinte er immer noch stink sauer. Mäx drückte kurz meine Hand und ging dann rein. Nach knapp 10 Minuten, und viel Geschrei, kamen die beiden wieder raus und Herr Herlein ging wieder hoch in die Klasse.
"Und?"
„ Naja, hab halt ne Standpauke gehalten bekommen und mehr auch nicht. Ich muss auch wieder hoch, wir sehn uns dann in der Pause ja?" Ich nickte und ging dann zur Direktorin.
"Ach, Michelle, setz dich doch bitte. Ich hab etwas mit dir zu besprechen."
"Okay, aber was es auch war, ich war es nicht, ich hab die letzten zwei Wochen nichts gemacht, ich war sogar immer im Unterricht." Redete ich gleich drauf los. Sie lächelte nur kurz und wurde dann wieder ernst.
"Ich hab eine schlechte Nachricht für dich, deine Oma........ sie........ naja........ es tut mir leid." Sie senkte den Kopf und ich sah sie nur fassungslos an."
„ Was..............was soll das heißen?"
"Sie..........sie ist gestern gestorben, es tut mir leid. Ich weiß wie viel sie dir bedeutet hat. Natürlich kannst du nach Griechenland fliegen, es ist auch schon alles geklärt, dein Flug......" Ich saß in ihrem Büro und konnte es nicht fassen, ich verstand nicht was sie sagte. Für mich war eine Welt eingebrochen. Jetzt hatte ich niemanden mehr, ich war alleine auf der Welt.
"Michelle?" Ich blickte sie mit ausdruckslosen Augen an.
„ Sie können gehen, wenn sie Probleme haben, können sie zu mir kommen." Ich nickte und erhob mich. Wie in Trance ging ich auf mein Zimmer, ließ mich auf mein Bett fallen und zog meine Beine an meinen Körper. Ich weiß nicht wie lange ich so saß, aber ich löste mich erst aus dieser Position, als jemand heftig an mir rüttelte. Wie in Zeitlupe sah ich auf und in das besorgte Gesicht von Mäx.
"Schatz, was ist los? Hey, red mit mir." Ich sah mich im Raum um und sah auch Sevgi die hinter Mäx stand.
"Michi? Du machst mir angst, jetzt sag doch was." Ich ließ den Kopf wieder sinken und ignorierte die beiden.
"Michi, verdammt, jetzt sag was." Mäx setzte sich neben mich und streichelte mir über den Rücken.
"Ich geh jetzt jemanden holen." Meinte Sevgi besorgt und ging aus dem Zimmer.
"Nein, warte noch kurz, lass uns nur kurz alleine." Ich merkte wie Sevgi mich kurz umarmte und mir einen Kuss auf den Kopf gab und raus ging. Ich saß immer noch zusammengekauert auf meinem Bett und war Seelisch ganz wo anders. Ich merkte gar nicht wie ich anfing zu weinen. Mäx zog mich in seine Arme und ich krallte mich in seinen Rücken fest. Er wiegte mich sanft hin und her und strich mir über den Kopf.
"Mäx, ich kann nicht mehr, ich weiß nicht mehr was ich machen soll." Schluchzte ich.
"Erzähls mir, ich verspreche dir ich werde alles Mögliche tun um dir zu helfen." Ich drückte mich leicht von ihm weg und sah ihn mit verheulten Augen an.
"Meine Oma..........sie......sie ist.......tot!"
"Oh mein Gott, das tut mir so verdammt leid, wirklich. Ich kann mir vorstellen wie schwer es für dich sein muss."
„ Nein, das kannst du nicht. Und weißt du warum, weil du noch deine Familie hast, du verstehst dich mit deinen Eltern, sie lieben dich so wie du sie liebst. Meine Eltern hassen mich, genau so wie ich sie hasse, sie haben sich nie um mich bemüht, die Einzigste die mich immer verstanden hat und zu mir gestanden hat war meine Oma und jetzt ist sie weg, verstehst du? Sie ist weg und wird nie wieder kommen, ich bin ganz alleine auf der Welt." Mäx sah mich verletz an und ließ den Kopf sinken.
"Okay, vielleicht hast du ja recht, ich weiß es nicht wie es ist jemand zu verlieren der mir nah steht, aber ich kann es mir Vorstellen. Denkst du wirklich dass deine Eltern dich nicht lieben, denkst du wirklich dass du alleine bist? Michi, du bist nicht alleine, ich bin bei dir und nicht nur ich, sondern auch deine ganzen anderen Freunde und es ist so gut wie unmöglich das Eltern nicht ihre Kinder lieben können. Vielleicht haben sie es dir ja nur nicht gezeigt, warum weiß ich nicht, immerhin kenn ich deine Eltern ja nicht. Aber hör auf so zu denken, hörst du mich?" Zögerlich nickte ich und Mäx nahm mich wieder in den Arm.
"Okay, wie wär’s wenn wir spazieren gehen und danach gehen wir zu Megges und ich schmeiß Jo dann aus den Zimmer das wir alleine sind okay?" Ich nickte und Mäx zog mich auf die Beine. Als wir das Gebäude verließen, schlug mir die kalte Nachtluft ins Gesicht und ich sah fragend zu Mäx.
"Wie viel Uhr haben wir eigentlich?"
„ Kurz nach sieben." Ich zählte in Gedanken wie lange ich dort gesessen und geweint hatte, 10 Stunden. Ich Seufzte und kämpfte wieder mit den Tränen, nur diesmal gewann ich. Mäx legte einen Arm um mich und wir gingen durch die Dunkelheit in Richtung Stadt.


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Kapitel 20

°°°°°°°°°°°°°°°Michi´s Sicht°°°°°°°°°°°°°°

Mittlerweile war es Freitag, also 5 Tage her nachdem Tag wo ich erfahren hatte das meine Oma tot war. Jetzt stand ich mit Mäx, Jo, Schlagi, Fabi und Timo am Flughafen, jedoch war Timo der einzigste der mit nach Griechenland flog.
"Ruf an wenn du da bist und wenn du einfach jemanden zum reden brauchst." Jo gab mir ein Küsschen auf die Wange.
"Du schaffst das schon, du bist stark." Meinte Schlagi und drückte mir ebenfalls ein Küsschen auf. Fabi umarmte mich nur und jetzt kam Mäx auf mich zu.
"Es tut mir leid dass ich nicht mitkann, aber wie schon gesagt, du kannst mich jeder Zeit anrufen." Ich nickte und wie jeden Tag in dieser Woche fing ich an zu heulen. Mäx nahm mich in den Arm.
"Okay, vielleicht sollten wir jetzt lieber gehen, sonst verpassen wir noch unseren Flug." Wir küssten uns und Timo und ich gingen zum Flugzeug. Wir setzten uns und ich sah aus dem Fenster. Ich hatte Angst, Angst davor von niemand mehr verstanden zu werden.
Nach 2 Stunden landeten wir in Athen und nach einer weiteren Stunde konnten wir auch endlich den Flughafen verlassen. Als sich die Türen öffneten schlug uns eine angenehm warme Brise entgegen. Ein kurzes lächeln zuckte durch meine Lippen und mit einem Blick zu Timo wusste ich dass auch er es gemerkt hatte.
"Also, wie kommen wir jetzt eigentlich zu dem Haus deiner Oma?" Ich zuckte die Schultern und suchte nach einem bekannten Gesicht.
"Eigentlich sollte uns mein Onkel Leo abholen, aber es kann auch sein das wir vergessen worden sind." Timo fiel die Kinnlade runter und sah mich geschockt an.
"Das ist doch nicht dein ernst?!"
"Naja, mein Onkel ist ein bisschen vergesslich." Timo setzte sich auf seinen Koffer und zündete sich eine Zigarette an.
"Michelle?" Fragte mich jemand verunsichert von hinten. Ich drehte mich um und erstarrte. Dort, kaum 2 Meter von mir entfernt, stand Joanis.
"Was, warum holst du mich ab?" Fragte ich nicht gerade nett.
"Naja, du kennst ja deinen Onkel, er hat ziemlich viel noch wegen der Beerdigung zu planen. Sind das deine Koffer?" Ich nickte, schwang meine Handtasche auf die Schulter und ging ohne ein Wort zu sagen zu seinem Auto. Timo und Joanis gaben sich die Hand und kamen auch zum Auto. Wir setzten uns rein und fuhren eine knappe halbe Stunde zum Haus meiner Oma. Als ich das Haus betrat, stieg mir der wohl bekannte Geruch meiner Oma in die Nase, der aber auch schon einwenig verflogen war. Das Haus hatte zwei Stockwerke und lag genau am Strand. Joanis brachte meine Koffer hoch ins Gästezimmer und ich ging den Rest meiner Familie begrüßen. Am Abend war ich nur noch froh endlich allein zu sein. Ich setzte mich auf den Balkon, zündete mir eine Zigarette an und lehnte mich zurück. Die Tür wurde aufgeschoben und Timo setzte sich zu mir.
"Und, wie geht’s dir?"
"Naja, ganz gut. Es kommen halt nur lauter Erinnerungen hoch."
"Sag mal, verstehst du eigentlich was die dir heute alles erzählt haben?"
„ Ich muss zugeben, es ist mir schon schwer gefallen, ich mein ich hab knapp ein Jahr kein Griechisch mehr gesprochen, aber spätestens morgen hab ich das wieder drauf." Ich lächelte gequält und drückte meine Zigarette aus. Timo und ich legten uns schlafen, aber es dauerte noch zwei Stunden bis auch ich die Augen auch richtig schließen konnte. Leider hielt das nicht lange an, denn nach einer halben Stunde klingelte mein Handy.
"Oh?" Fragte ich verschlafen.
"Ach, du lebst noch, na dann kann ich ja wieder auflegen, gute Nacht." Prappelte Mäx drauf los. Ein lächeln huschte über mein Gesicht.
"Ach, Baby, es tut mir leid, ich hab dich total vergessen. Ja, ich bin gut angekommen und wie geht’s dir so, wie war der Auftritt?"
„ Na danke, wie kann man mich denn vergessen? Ach, mir geht’s soweit ganz gut und der Auftritt war natürlich der Hammer."
„ Also, bei meiner Familie kann man wirklich alles vergessen. Was machst du morgen?"
"Ich geh mit den Jungs erst Skaten und dann fangen wir an mit dem Plan."
"Okay Baby, sei mir nicht böse, aber ich muss langsam echt schlafen gehen, wird ein harter Tag morgen."
„ Na klar, kein Problem. Schlaf gut und sei tapfer morgen."
"Okay, du auch. Gute Nacht." Wir legten auf und ich drehte mich auf den Rücken und schloss die Augen."