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Kapitel 21


Am Morgen wurde ich durch das leise rauschende Meer geweckt. Ich streckte mich erst mal ausgiebig, ging auf den Balkon und sah aufs Meer raus. Selbst für Griechenland war es für Anfang Dezember viel zu warm. Plötzlich umarmte mich jemand von hinten und küsste mich am Hals. Da ich dachte es wäre Timo, sagte ich nix.
"Wir müssen uns langsam fertig machen." Ich drehte mich um und erschrak halb zu Tode.
"Was willst du hier?" Joanis grinste mich schief an und zog mich in seine Arme. Warum ich es zuließ wusste ich selber nicht, alles in mir sträubte sich dagegen, aber mein Körper war wie gelähmt.
"Ich will ein bisschen Zeit mit meiner Freundin verbringen, bevor sie sich wieder knapp zwei Jahre nicht meldet." Ich drehte mich aus seinen Armen, stolperte über einen der Stühle und landete voller Wucht auf meinem Steißbein.
"Ahhh, scheiße. Kaum bist du da passiert mir wieder was. Außerdem bin ich nicht deine Freundin, klar? Und ich denke das haben wir damals geklärt, ich liebe dich nicht, habe dich nie geliebt oder ich werde dich auch nie im Leben lieben, also lass mich endlich in ruhe. Und jetzt geh, ich muss mich fertig machen." Ich schlug seine Hand zu Seite und stand selbst auf. Joanis stand schon an der Tür als er wieder zurück kam und mich küsste. Ich schlug ihn und drückte ihn ein bisschen weg, aber gegen 90Kg Muskelkraft hatte ich mit 58Kg keine Chance. Joanis drückte mich aufs Bett und fasste mich so an das es weh tat. Er jedoch dachte nicht daran sein Griff zu lockern und noch weniger daran aufzuhören. Zu meinem Glück kam Timo rein und riss Joanis von mir runter. So unbemerkt wie er rein kam verschwand er auch wieder. Timo kam zu mir und nahm mich fest in den Arm. Er rieb mir sanft über die Handgelenke und reichte mir ein Taschentuch. Nachdem ich mich beruhigt hatte ging ich mich fertig machen, duschen, schminken, ausnahmsweise auch mal Haare glätten und dann nur noch anziehen. Es war ungewohnt mich ganz schwarz zu sehen und mit offenen glatten Haaren. Ich fuhr mit gespreizten Finger durch mein Haar und überlegte ob mir vielleicht doch öfter die Haare glätten sollte, weil von Natur aus hatte ich Locken, die auch ganz schön waren, nur ich musste dann immer noch ein Spange rein machen das sie nicht ganz so wild Aussahen. Es klopfte an der Tür und Timo steckte den Kopf durch die und sah mich fragend an. Ich nickte, schnappte mir schnell meine Handtasche und meinen Blazer und ging runter wo auch schon Joanis mit laufendem Motor auf uns wartet. Wir fuhren zusammen mit meinem Onkel, Joanis, und meiner Tante zusammen zum Friedhof. Als wir dort ankamen erblickte ich sofort meine Eltern. Nach kurzem Smal- Talk gingen wir in die Kirche und nach der Kirche zum Grab um sie dort niederzulassen. Der Friedhof war auf einem Berg an der Küste. Als wir nach knapp drei Stunden wieder im Haus meiner Oma waren, war ich so fertig mit den Nerven das ich mich sofort auf das Zimmer meiner Oma verzog und mich dort einschloss. Es sah noch genauso aus wie ich es in Erinnerung hatte. Neben der Tür stand ihre Kommode, neben der Kommode war der begehbare Kleiderschrank. In der anderen Richtung von der Tür weg, stand das Bett so, das wenn man aufwachte direkt aufs Meer sehen konnte, auf dem Nachttisch standen Bilder von mir und vom Rest meiner Familie. Ich legte mich in ihr Bett, sog ihren Duft ein und fing stumm an zu weinen. Diese Woche hatte mich so viel Kraft gekostet das ich wieder ein schlief und erst am Sonntagmorgen um 8 Uhr aufwachte. Nach kurzer Hektik hatten Timo und ich unsere Sachen zusammen geschmissen. Ich verabschiedete mich von meiner Familie und stieg zu meinem Onkel ins Auto. Wir kamen so spät am Flughafen an das wir fast den Flieger verpasst hätten.
Als wir in München landeten wartet schon Mäx, Jo, Fabi, Schlagi, Sevgi und Anna. Ich umarmte alle nacheinander genau wie Timo, der aber den Jungs Handschlag gab. Als ich Mäx umarmte fiel mein Blick auf meine Handgelenke, ich zog schnell meine Jacke drüber und lehnte mich an ihn. Er küsste mich auf die Stirn und flüsterte mir so leise ins Ohr, so dass nur ich es hören konnte.
"Ich hab dich vermisst." Ich küsste ihn und grinste ihn an.
"Sag mal, habt ihr ein Reisebus geklaut oder wie seit ihr alle hier her gekommen?" Fragte Timo grinsend in die Runde.
"Naja, so halb, wir haben unsere Manager davon überzeugt uns den Night- Liner zur Verfügung zu stellen." Wir stiegen alle ein und fuhren zurück zum Internat, währenddessen erklärte Jo was sie alles schon in Angriff genommen hatten.
"Also, das hört sich ja noch nicht besonders viel an, gerade mal die Flyer gedruckt und ein bisschen in der Stadt verteilt." Meinte ich mit hochgezogener Augenbraue.
"Naja, das braucht Zeit, aber sie hat mich heute angerufen und hat gemeint heute hat mitten in der Nacht ihr Handy geklingelt und da hat jemand hat voll die perversen Sachen gesagt und die hat obas schiss bekommen." Grinste er mich an. Ich schüttelte nur belustigt den Kopf und legte mich für den Rest der fahrt auf Mäx´s Schoß und döste vor mich hin.






Kapitel 22



°°°°°°°°°°°°Sevgi´s Sicht°°°°°°°°°°°°°

"Man, da hattet ihr ja noch mal glück gehabt, stellt euch mal vor die hätten euch verknackt." Ich ließ mich auf das Bett von Sasch fallen und grinste beide an.
"Naja, dann wären wir halt in Knast gekommen, ich mein meine Eltern wären zwar ausgerastet, aber das wäre mir auch eigentlich relativ egal." Olli setzte sich neben mich und ich legte mich auf seinen Schoß.
"Sag mal, was is eigentlich mit dir und Michi?" Fragte Sasch und ließ sich auf das gegenüberliegende Bett fallen.
"Keine Ahnung, wir sind nur noch so mehr oder weniger flüchtige Bekannte."
„ Also nichts mehr mit beste Freunde?" Hakte er weiter nach.
"Nein, es ist schon mal ein Wunder wenn wir mehr als nur Hallo, Tschüss und wie geht’s am Tag reden. Aber es is mir eigentlich auch egal, wenn sie meint sie könnte mich hängen lassen, okay soll sie das machen, ich hab noch genug andere Freunde."
"Hat sie noch Kontakt mit den anderen, also Timo usw.?"
"Keine Ahnung, mit Timo jedenfalls noch so wie früher und mit den anderen hat sie noch mehr Kontakt als mit mir. Warum fragst du mich das alles?" Langsam wurde ich misstrauisch, weil sonst interessierten sich Sasch und Olli nicht wirklich für Michi.
„ Naja, is dir mal aufgefallen das, dass erst so ist seit dem sie mit den Pilzen abhängt?"
"Worauf willst du hinaus? Ich meine Interessen ändern sich und genauso ändern sich Menschen und naja, wir haben uns einfach auseinander gelebt. Ich will nicht sagen dass sie mich nur wegen den Pilzen hängen lässt, wenn sie sich nun mal mit ihnen besser versteht." Es trat schweigen ein und jeder in seine eigene Gedanken vertieft, als plötzlich mein Handy klingelte.
"Hallo?" Meinte ich noch ganz in Gedanken versunken.
"Sevgi? Dein Vater und ich kommen Morgen zu dir in die Schule. Wir haben was Wichtiges mit dir zu klären." Die Stimme meiner Mutter klang besorgt.
"Um was geht es?"
„ Ich will dir das nicht am Telefon erklären, deswegen kommen wir ja morgen. Okay, schlaf gut meine Süße ich hab dich lieb!"
„ Okay, bis morgen dann, ich hab dich auch lieb."
"Wer war das?" Fragten mich beide wie aus einem Mund.
"Meine Mum, sie meinte das sie und mein Vater morgen her kommen und wollen irgendwas wichtiges klären." Ich steckte mein Handy zurück in die Hosentasche und stand auf.
"Ich geh dann mal, bin ein bisschen müde." Wir verabschiedeten uns voneinander und ich ging sofort auf mein Zimmer. Michi war mal wieder nicht da. Ich vermisste schon unsre Gespräche und das ich ihr alles erzählen konnte. Deprimiert ließ ich mich ins Bett fallen und schlief dann auch sofort ein.
Am Morgen wurde ich durch ziemlich lauten Donner wach. Ich schreckte auf und rieb mir den schlaf aus den Augen. Verschlafen tapste ich zum Fenster um den Rollo hochzuziehen.
"Na geil, wir ja immer besser das Wetter." Es blitzte und donnerte so ziemlich alle 10 Sekunden nacheinander und ich zuckte bei jedem schlag zusammen. Ich setze mich wieder aufs Bett und sah auf die Uhr, kurz nach 5. Ich musste eigentlich erst in knapp einer Stunde aufstehen, aber wenn ich einmal wach war, dann war ich wach und konnte nicht mehr schlafen, egal wie müde ich war. Ich sah zu dem Nachbarbett und beobachtet Michi. Das Gespräch zwischen Olli, Sasch und mir ging mir nicht mehr aus den Kopf. Ich wusste immer noch nicht worauf sie hinaus wollten und das machte mir Gedanken. Sie drehte sich auf den Bauch und schlief weiter. Ich stand auf und ging ins Bad um in Ruhe zu duschen und um mich fertig zu machen. Gerade als ich aus dem Bad kam, rekelte sich Michi und grinste mich an.
"Morgen." Meinte sie noch total müde. Ich wandte mein Blick von ihr ab und nuschelte ihr auch ein Morgen entgegen.
"Was los?"
„ Nichts besonderes, nur meine Eltern kommen heute um mit mir irgendetwas zu klären." Sie nickte und ging gähnend ins Bad. Ich schnappte mein Handy und meine Schulsachen und ging runter zum Speisesaal, der aber leider noch zu war, da es erst halb 7 war und es erst um 7 Frühstück gab. Ich setzte mich auf eine Umstehende Bank und spielte ein bisschen mit meinem Handy, als plötzlich ein Schatten auf mich geworfen wurde. Ich blickte in das Gesicht von meiner Mutter und sprang dann auch sofort um sie zu begrüßen.
"Mama! Ich dachte ihr kommt erst später." Ich ließ sie los und musterte sie von oben nach unten, was sie mir gleich tat.
"Du siehst gut aus." Sagten wir gleichzeitig und fingen an zu lachen. Meine Mutter und ich waren immer ein Herz und eine Seele, eigentlich waren wir wie beste Freunde. Mein Vater tippte mich von hinten an. Auch ihn umarmte ich herzlich.
"Kommst du jetzt mit zur Direktorin, oder sollen wir nachher mit dir reden?"
„ Na, natürlich will ich sofort wissen um was es geht." Ich strahlte über beide Ohren, bis ich den besorgten Blick meiner Mutter bemerkte. Sie legte mir ihren Arm um die Hüften und zog mich mit zur Direktorin.
"Ach, da sind sie ja schon. Guten Morgen. Bitte, nehmen sie platz." Die Direktorin deutete auf die Plätze vor sich.
"Guten Morgen."
"Also, ich denke du weißt um was es geht, Sevgi?" Ich schüttelte den Kopf.
"Oh, okay."
„ Sevgi, wir müssen dich leider von der Schule nehmen." Sagte mein Vater mit fester Stimme.